Neurofeedback bei AD(H)S und anderen Störungsbildern

AD(H)S ist eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung. Sie stellt im Kindesalter die häufigste seelische Störung dar. Man geht davon aus, dass insgesamt 4-7 % der Kinder betroffen sind. AD(H)S hat viele Symptome und Auffälligkeiten. Die Kennzeichen der Störung können bei jedem Betroffenen individuell ausgeprägt sein und liegen überwiegend in drei Bereichen:

Aufmerksamkeitsdefizit

z.B.: leicht ablenkbar, Tagträumerei, mangelndes Durchhaltevermögen, extreme Vergesslichkeit

Impulsivität

z.B: Impulsivität mit spontanem Handeln ohne vorher nachzudenken, mangelnde Selbststeuerung, niedrige Frustrationstoleranz, Schwierigkeiten planvoll zu handeln und sich selbst zu organisieren

Hyperaktivität

z. B.: zappelig, kann nicht ruhig sitzen, oft Stimulationen im Gesicht und am Körper (z. B.: kratzen oder streicheln)

Neben diesen drei Kernsymptomen treten häufig weitere Erkrankungen, wie Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche oder Ticstörungen auf.

Seit einigen Jahren wird deutlich, dass ein als Kind Betroffener auch noch im Erwachsenenalter deutliche Symptome zeigen kann, wobei er in seiner Lebensgestaltung und in der Bewältigung des Alltags erheblich beeinträchtigt wird. Allerdings erfolgt meist ein Symptomwandel, wodurch oft komplexere Krankheitsbilder entstehen, wie zum Beispiel allgemeine Leistungsschwäche, Desorganisation, Ängste und Depressionen.

Heute sehen Wissenschaftler als Hauptursache eine genetisch bedingte zentrale Regulationsstörung im Frontalhirn. Die Informationsverarbeitung zwischen verschiedenen Arealen im Gehirn ist gestört. Es besteht zwischen den Aktivitätsmustern im Gehirn und unserem Verhalten (Erregungs-, Entspannungs- und Konzentrationszuständen) ein direkter Zusammenhang. Neurofeedback setzt setzt somit direkt an der Ursache an.

Neurofeedback hilft Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme sinnvoll zu behandeln. Eine moderne, medizinische Software wertet das EEG aus und liefert ein durch den Therapeuten reguliertes Feedback für den Patienten.

Wie funktioniert das Verfahren?

Die mentale Aktivität ist mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) messbar. Auf einem PC mit entsprechender Software werden dem Therapeuten die ermittelten Daten in Echtzeit angezeigt. Der Trainierende sieht am eigenen Monitor eine vereinfachte Darstellung seiner Hirnaktivität. Bei einer gewünschten, positiven Veränderung seiner Gehirnaktivität bekommt er über seinen Monitor eine direkte Rückmeldung (engl. Feedback).
Durch dieses optische und auch akustische Feedback lernt der Trainierende gezielte Selbstregulation seiner Gehirnaktivität. Langfristig lernt er so seine Erregungs- und Entspannungszustände Lie Konzentrationsfähigkeit besser zu kontrollieren.
Die Wirksamkeit von Neurofeedback in der AD(H)S Therapie wurde in zahlreichen klinischen Studien belegt. Zum Beispiel bescheinigte 2009 die Metaanalyse von Arns et. al* dem Neuro-feedbackverfahren bei AD(H)S die höchste mögliche Wertung „effektiv und spezifisch". 2011 wurde die multizentrische, randomisierte Studie von von Holger Gevensleben und weiteren Forschern von der Zeitschrift „European Child Er Adolescent Psychiatry" als beste AD(H)S-Forschungsarbeit des Jahres 2010 ausgezeichnet.

Quelle: www.mindfield.de
www.akademie-neurofeedback.de